Kreisverband Krefeld

Bündnis 90/Die Grünen
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Gründung
In jedem Anfang liegt ein Zauber inne (Hermann Hesse)
Das Bild vom "schutzlosen blauen Planeten", der verloren und einsam im All seine Bahnen zog und der jedem sensiblen Betrachter klar machte, dass er auf einem begrenzten Raumschiff leben muss.
Zu dieser Erkenntnis brachten uns die unzähligen Fotos des "Apollo-Programms" in den Jahren 1968 bis 1972; im übrigen eine Frucht des Kalten Krieges.
Im gleichen Jahr 1972 wurde die zukunftsweisende Schrift des internationalen Diskussionsforums mit Namen "Club of Rome" veröffentlicht und sorgte in den folgenden Jahren für großes Aufsehen, weil jeder ja auch praktische Erfahrungen während der Ölpreiskrise 1973/74, mit vielfältigen Umweltverschmutzungen und mit der letztlich (Atommüll) nicht beherrschbaren Atomkernenergie machen durfte.
Viele Menschen fühlten sich von "Den Grenzen des Wachstums" (Titel der Analyse) angerührt, angesprochen und motiviert ihr persönliches Verhalten zu hinterfragen und zu ändern und dies auch zunehmend von den politisch Verantwortlichen einzufordern.
Die Politiker der damals agierenden drei etablierten Parteien handelten meist hilflos (die Politik der hohen Schornsteine), ignorant und uneinsichtig.
Es gab ja noch keine Alternative zu den damaligen "Blockparteien" SPDFDPCDU/CSU.
Der "Grüne Fluss" etablierte sich formell im Januar 1980 als Bundespartei. Aber vielfältige "Rinnsale" machten weit vorher die unterschiedlichsten "Fließ- bzw. Bewegungsversuche".
Die Grünen sind zum Teil aus der Bürgerinitiativen-Bewegung hervorgegangen (in Klammern die Entstehungsjahre, hier 1973 bis 1979). Um auch direkt parlamentarischen Einfluss ausüben zu können, bildeten sich vor der Gründung der Bundespartei, Aktions- und Wählergemeinschaften bzw. Grüne, Alternative oder Bunte Listen (1977-79), die mehr oder weniger lokal und regional sich zu den Wahlen stellten.
Bis Ende 1979 stießen verschiedene soziale Bewegungen wie Anti-AKW-Bewegung, Frauenbewegung, 3. Welt-Gruppen, Schwulen- und Lesben-Gruppen, reine Ökologen, Pazifisten, Sozialisten, Kinder- und Jugendgruppen, oppositionelle GeschwerschafterInnen und andere zu den Grünen und gründeten sich Ende 1979 als Bundespartei (formell im Januar 1980).
Nach einem spannenden, zum Teil auch quälerischen Gärungsprozess schafften Die Grünen dann endlich im März 1983 den Einzug in den Deutschen Bundestag.
Die Krefelder Grünen formierten sich Ende 1979 aus einigen Mitgliedern der vorgenannten GAZ, einem aus Niedersachsen zugezogenem GLU-Ehepaar und einzelnen Menschen, die über eine Anzeige in der Rheinischen Post angesprochen wurden.
Nach einem Vorgespräch im "Nordbahnhof" gründeten diese Idealisten Anfang Dezember 1979 den Kreisverband der Krefelder Grünen.
Dies geschah im Hotel/Restaurant "Klings" auf der Krefelder Str. 81 in Hüls.
Der Kreisverband wurde auch Bestandteil des etwas später (Mitte Dezember 1979) gegründeten Landesverbandes.
Im Oktober 1984 durfte der Einzug in den Stadtrat und in allen neun Bezirksvertretungen von Krefeld gefeiert werden.
Dies war die Gründung der Grünen in der alten BRD bzw. aus welchen sozialen Milieus die Gründung in Krefeld vollzogen wurde. Der entwicklungspolitische Gärungsprozess in der DDR und danach zu Bündnis 90/Die Grünen hatte ein gänzlich andere Dynamik.
Auch der Parteibildungsprozess in anderen europäischen und außereuropäischen Ländern wurde bedingt durch den Grad der Betroffenheit der Menschen, durch die Nähe bzw. Einstellung zu Weltanschauungsfragen sowie sehr konkret von Wahlrechtsfragen, Wahlsystemen und auch Parteifinanzierungsregeln.
Aber das zu beschreiben sprengt an dieser Stelle den Rahmen dieser Broschüre. Die Vergangenheit anzuleuchten ist schon ab und zu wichtig. Nach 20 Jahre ist das keine Frage.
Die Gegenwart zu meistern, bedeutsamer, aber "entscheidend" ist, was hinten raus kommt (Zitat Kohl).
Zu den Europa-Wahlen (Juni 1979) entstand im März 1979 erstmals ein bundesweiter Zusammenschluss der alternativen Gruppierungen:
- AUD, Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher (1965)
- GAZ, Grüne Aktion Zukunft (1978, Dr. Gruhl)
- GLU, Grüne Liste Umweltschutz in Niedersachsen (1977)
- GLSH, Grüne Liste Schleswig-Holstein (1978)
- Aktion 3. Weg (Achberger Kreis, 1971)
- FIU, Freie Internationale Universität (Beuys und Böll, 1974)
hierin auch verbunden mit "Organisation für direkte
Demokratie durch Volksabstimmung" (Beuys, 1971)
- Liberalsozialer Arbeitskreis Dritter Weg, der Anhänger
von Silvio Gesells Freiwirtschaftslehre, Stichwort
Marktwirtschaft ohne Kapitalismus, vereinigte und
die GLU (s.o.) mitgründete
- auch noch zu nennen wäre die
GLH, Grüne Liste Hessen, die etwas später zu den Grünen stieß.
Dieses Wahlbündnis nannte sich noch SPV Die Grünen, sonstige politische Vereinigung und hatte einen bundesweiten Achtungserfolg von 3,2 Prozent.

- Beuys "Grundsätzlicher-Perspektiv-Denker"





